Mittwoch, 1. Juni 2016

Hochzeitstorte


Lang, lang ist´s her, seitdem ich mich das letzte Mal bei euch gemeldet habe, aber ich verspreche Besserung! Das letzte Projekt hat etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, die Mühe hat sich aber definitiv gelohnt. 
Und da man ja nur einmal heiratet, haben meine Mama und ich uns auch besonders große Mühe bei der Hochzeitstorte für meine Schwester und ihren Mann gegeben. Ich muss zugeben, dass ich anfangs wirklich skeptisch war, ob wir die Torte trotz der ganzen Hochzeitsvorbereitung überhaupt zustande bringen, doch da das Ergebnis so gut gelungen ist, wollte ich es unbedingt mit euch teilen. 


Bevor das Ganze losgehen konnte, haben wir bestimmt 15 verschiedene Varianten aufgemalt und gemessen, wie die Torte letztlich aussehen soll. Das erste Problem ging schon bei der Größe des unteren Bodens los. Wir wollten die Torte so groß wie möglich machen, aber eine normale 30 cm Backform war uns zu klein. Deshalb wurde mal schnell der Backofen ausgemessen und unser Nachbar hat uns dann einen Ring und eine Edelstahlplatte geschweißt, der mit 38 cm genau in den Ofen passte.
Die anderen Schichten haben wir dann in normalen Backformen gebacken, in einer 28 cm, 20 cm und 12 cm Backform.



Die Hochzeit war vergangenen Samstag, angefangen zu backen haben wir jedoch schon am Montag. Die Böden bestehen allesamt aus Rührteig, weil dieser stabiler ist zum späteren stapeln.

Als Grundrezept haben wir einen sogenannten Pfundskuchen genommen bestehend aus:
  • 500g Margarine
  • 5 Eier
  • 500g Zucker
  • 500g Mehl 
  • 2 Päckchen Backpulver
    • für den dunklen Boden zusätzlich 80g Back-Kakao
Wir haben dann z.B. für den untersten Boden das Rezept mal drei genommen und damit die Form gefüllt und ca. 2h bei 170 °C gebacken. Leider sind uns viele Böden, trotz herumprobieren nach dem Backen etwas eingefallen, vermutlich hat das Verhältnis vom Mehl zu den feuchten Zutaten einfach noch nicht ganz gepasst. Dehalb haben wir den untersten Boden auch dreimal gebacken und einfach den Rand weggeschnitten, hoch genug war der Boden allemal und wir hatten zum Schluss sogar noch Schichten übrig. Aber dabei sind wir erstmal auf Nummer sicher gegangen.

Also ihr könnt euch vorstellen, dass das ganze jede Menge Zutaten verschlungen hat, aber genaue Zahlen kann ich euch gar nicht sagen. Das lag auch daran, dass wir letztlich von jeder Schicht Böden über hatten, womit wir fast noch eine vierstöckige Torte hätten machen können. Aber so grob geschätzt sind ca. 90-100 Eier draufgegangen und ca. 8-10 kg Mehl, Zucker und Butter.
Bevor die Böden gefüllt wurden, haben wir sie auf eine Leichtschaumplatte gesetzt, die wir vorher zugeschnitten haben, damit die Holzstäbe in der Torte später in jeder Schicht aufsitzen.


Gefüllt wurde mit vier unterschiedlichen Füllungen aus Buttercreme und dann wurde jede Tortenschicht mit Ganache überzogen. Es tut mir leid, dass ich von diesen Schritten keine Fotos gemacht habe, aber das ging Donnerstagnacht bei den ganzen Vorbereitungen leider unter. Aber da das Ganze so gut geklappt hat, wird es demnächst bestimmt nochmal eine gefüllte Fondanttorte hier geben, wo ich euch alles ausführlich auf Fotos festhalte :)
  • 12 cm - heller Rührteig - gefüllt mit Vanille-Buttercreme und Himbeermarmelade - überzogen mit weißer Schokoladenganache 
  • 20 cm - heller Rührteig - gefüllt mit Marzipan-Buttercreme und Marzipan - überzogen mit weißer Schokoladenganache
  • 28 cm - dunkler Rührteig - gefüllt mit Himbeer-Buttercreme - überzogen mit dunkler Ganache
  • 38 cm - heller Rührteig - gefüllt mit Schoko-Buttercreme - überzogen mit dunkler Ganache
Das Rezept von der Buttercreme ist ganz simpel, zuerst wird normaler Schoko- oder Vanillepudding gekocht. Mit zusätzlich etwas Stärke, damit er fester wird. Den Pudding auskühlen lassen und dann auf ein Päckchen gerechnet mit ca. 150 g weicher Butter aufschlagen. Wir haben für die oberen beiden Böden zwei Päckchen Vanillepudding gekocht und dann die Buttercreme hergestellt. Diese haben wir dann geteilt, sodass sie für beide Böden reichte und mit Butter-Vanillearoma und Bittermandelaroma abgeschmeckt. Das besondere war dann die Verbindung mit der Marmelade und dem Marzipan.
Ähnlich funktioniert die Schokobuttercreme aus Schokopudding, in die zusätzlich noch 200g Zartbitterschokolade kamen. Davon haben wir drei Päckchen gekocht.
Bei der Himbeerbuttercreme nimmt man ca. 300g gefrorene Himbeeren, gibt diese mit etwas Wasser und ca. 50g Zucker in einen Topf und lässt die Früchte aufkochen. Die Früchte durch ein Sieb streichen und mit Wasser auffüllen, um damit zwei Päckchen Vanillepudding zu kochen.
















Als die Böden gefüllt waren, wurden sie mit Ganache eingestrichen.
Dafür haben wir Sahne aufkochen lassen und die Schokolade in die heiße Sahne gegeben, alles gut verrührt und abkühlen lassen. Nach ein paar Stunde ist die Ganache schön streichfähig. Wir haben davon natürlich auch viel zu viel gemacht. Von der weißen Schoko-Ganache haben wir die doppelte Menge hergestellt für die beiden kleinsten Schichten und wir hatten noch ca. ein Viertel über.

Zartbitter-Ganache:
  • 200ml Sahne
  • 400g Zartbitterschokolade
weiße Schokoladen-Ganache: 
  • 200ml Sahne 
  • 600g weiße Schokolade
Das Einstreichen muss nicht perfekt sein, da ja eh der Fondant über die Torte kommt. Wir haben ca. 5-6 kg Fondant für alle vier Schichten benötigt und hierbei nochmal ein Lob an meine Mama, obwohl sie vorher so gut wie noch nie eine Torte mit Fondant eingedeckt hat, hat es wirklich super geklappt.



Aus Rundhölzern aus dem Baumarkt, haben wir die Stützstäbe zugeschnitten und rundherum in jeder Schicht versenkt. Durch diese Stäbe fällt die Torte letztlich nicht ineinander zusammen. Die Mitte bleibt frei, weil dort ein langer Stab von oben durch alle Schichten gesteckt wird, damit nichts kippeln oder gar runterfallen kann.


Das Muster in der untersten Schicht haben wir mit einem Geodreieck reingedrückt und die Perlen mit Royal Icing fesgeklebt, genauso wie alle anderen Blumen.
  • 1 Eiweiß
  • 180g Puderzucker
  • etwas Zitronensaft 
Stück für Stück haben wir so die Torte aufgestapelt. Das Fondant ist zwar nicht überall perfekt glatt, aber darüber konnten wir getrost hinwegsehen. Das gute ist vor allem, dass die Schleifenbänder die Ränder verdecken, weil man dort durch das aufstapeln doch einige Kanten hat.


Der schönste Teil für mich persönlich war das Verzieren; zu gucken wo welche Blume am besten hinpasst und wie zum Schluss alles zusammen wirkt. Die Blumen haben wir allerdings nicht selber hergestellt, sondern im Internet bestellt. Wir haben es zwar versucht, aber leider nur mit mäßigem Erfolg. Für die nächste Torte ist das Ziel aber definitv eigene Blümchen zu benutzen.

Anfangs wollten wir gern einen Baumstamm, auf dem die Torte stehen sollte, aber wir haben einfach keinen in der richtigen Größe gefunden und das Ganze wäre auch mächtig schwer geworden. Deshalb haben wir letztlich eine Hutschachtel mit Baumrinden beklebt, das sah nicht nur gut aus, sondern war auch schön leicht zu transportieren :)

Ich hoffe euch gefällt die Torte ebenso gut, wie sie dem Brautpaar gefallen und geschmeckt hat. Wer selbst eine Hochzeitstorte in Angriff nehmen möchte, der sollte aufjedenfall genügend Zeit einplanen. Grob geschätzt haben wir sicher 12 Arbeitsstunden gebraucht, ohne die lange Backzeit der Böden. Viele Brautpaare sind vom Preis beim Konditor abgeschreckt, den so eine große Torte nunmal kostet. Ich kann jetzt durchaus nachvollziehen, warum sich der Preis mal schnell auf 400€ - 600€ beläuft. Wir haben allein schon für das ganze Material und die Zutaten die wir verwendent haben, knapp 200€ ausgegeben, ohne unsere Arbeitszeit.
Außerdem empfiehlt es sich nicht alleine zu arbeiten, da man vor allem beim Eindecken mit Fondant viele Hände gebrauchen kann bei großen Schichten.


Da ich meine Backleidenschaft von meiner Mama habe, hat es wirklich Spaß gemacht mit ihr zusammen diese Hochzeitstorte herzustellen und ich denke wir können stolz auf uns sein :)  

Xoxo

Eure Julia und Mama Verena

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